Die häufigsten Fehler beim Dachdecken - Teil 1

Für erfolgreiche Dachprojekte ist es notwending, dass der Dachdecker den richtigen Verlegemethoden und Hinweisen folgt. Wenn die Arbeit nicht richtig gemacht wurde, sieht das Endergebnis dementsprechend schlecht aus. Selbst das beste und teuerste Bedachungsmaterial nützt nichts, wenn die Anwendungshinweise nicht beachtet werden und somit nicht sauber gearbeitet wird. Am meisten zu beachten ist der Fakt, dass kleinste Fehler zu undichten Stellen auf dem Dach führen können. Jede Reperatur am Dach/Unterkonstruktion verkürzt die Lebensdauer Ihres Daches und ist zudem eine sehr kostspielige Angelegenheit.

 

In den folgenden 4 Blogs werden wir einige der häufigsten Fehler zusammenfassen, damit eine schlechte Verarbeitung vermieden werden kann. Beginnen wir dazu mit den folgenden 5 Themen:

 

  1. Fehlende oder falsch verlegte Startgebinde
  2. Falsche Schindeln für die entsprechende Dachneigung
  3. Falsche Schindelüberhänge an den Traufen
  4. Schlampige Verarbeitung des Kantbleches
  5. Keine oder falsch verlegte Unterspannbahn

 

1. Fehlende oder falsch verlegte Starterstreifen

 

Die falsche Verlegung des Startstreifens/ Startgebinde (oder noch schlimmer: gar kein Startgebinde zu verwenden!) kann zu vielen Problemen führen. Damit riskieren Sie Wasserinfiltration an der Traufe und die Schindeln in der ersten Reihe können leicht vom Wind weggeblasen werden. Zudem kann es zu hässlichen Lücken in der sonst ebenen Schindeloberfläche des Daches kommen.

Fehlender Starterstreifen

.

Falsch verlegter Starterstreifen

.

2. Unsachgemäße Neigung

 

Verwenden Sie immer Schindeln, die für die jeweilige Neigung des Daches geeignet sind. Die Mindestdachneigung für den Großteil der Schindeln liegt bei 15 °.

Unsere Cambridge Xtreme 9,5 ° ist die einzige Schindel, welche ab 9,5 ° Dachneigung eingesetzt werden kann. Bei senkrechten Wänden mit max. 90 ° Neigung, müssen immer selbstklebende Schindeln verwenden werden.

Dachneigungen

.

Sehr geringe Dachneigung für Biberschindeln

.

3. Falsche Schindelüberhänge an den Traufen

 

Die Schindeln sollten an der Traufe im Schnitt zwischen 6mm und 10 mm überstehen. Ein größerer Schindelüberhang kann dazu führen, dass die Schindeln vom Wind abgeblasen werden und ein geringerer Überhang kann dazu führen, dass Wasser in die Holzstruktur der Unterkonstruktion sickert.

 
Zu großer Schindelüberhang

.

4. Unsaubere Verarbeitung des Kantbleches

 

Das Fehlen von Metallkanten kann mehrere Probleme an der Unterseite Ihres Daches verursachen, da diese Kanten eine Vielzahl an Zwecken erfüllen:

  • Sie halten Insekten aus dem Dachboden
  • Sie verhindern, dass Regen under die Dachkante gelangt
  • Sie leiten das Regenwasser an der Seite des Daches entlang nach unten, was Soffit oder Faszienfäule verhindert

 

Fehlendes Kantblech

.

Hier fehlt ebenso das Kantblech

.

5. Keine oder falsch verlegte Unterlage

 

Die Verwendung von einer Unterlags- bzw. Vordeckbahn bietet viele Vorteile für das Dach, die Unterkonstruktion sowie den Schindelkomponenten. Diese Vorteile sind u.a. der Langzeitwetterschutz des Dachsystems. Die meisten Bauvorschriften erfordern die Anwendung einer Vordeckbahn bei Steildächern. Dächer, welche ohne Unterlage und korrekte Überlappung der Schindeln gedeckt sind, setzen sich hohen Risiken bei starken Regen und Wind an den Schwachstellen eines Daches aus: Kehle, Schornstein,Oberlichter oder Rohrflansch. Wenn ein Dach eine Neigung von 9,5 ° - 20 ° hat muss zwingend darauf geachtet werden, dass die Vordeckbahn sich doppelt, mit 50 cm überdeckt oder es wird eine einlagige selbstklebende Vordeckbahn verlegt.